Ich liebte meine Canon 6D aber ich hasste es diese – besonders mit ein paar Objektiven – mit mir herumzuschleppen. Sie war schwer, unhandlich und zog stets die Aufmerksamkeit der Menschen um mich herum auf mich. Viele Leute sind durch eine große D-SLR mit aufgesetztem Objektiv doch ein bisschen zu eingeschüchtert.

Ich wollte es etwas leichter, aber immer noch mit hervorragender Bildqualität!

Vor ein paar Jahren gab es solch ein Kamerasystem noch nicht wirklich (abgesehen von Leica vielleicht).

Es gab ein paar Mirrorless-Systeme (Spiegellose Systeme, DSLM) auf dem Markt, aber der Sensor war für das, was ich wollte, entweder zu klein oder schlicht und einfach nicht wirklich gut.

Ich hatte über die letzten Jahre den Grundgedanken – ja den festen Glauben entwickelt, dass ich meine D-SLR Ausrüstung samt der Objektive nicht aufgeben kann, da mich das weniger professionell erscheinen lässt.

Ich brauchte die EOS 6D auch wegen der Schärfentiefe beim Vollformat-Sensor. Das dachte ich. 

Das war ein großes Argument für mich. Ich wollte nicht von einem Vollformat-Sensor wieder auf einen Crop-Sensor zurück. Die schöne, sehr geringe Schärfentiefe des 50mm 1.4 Objektiv. Hmmmm.... Das habe ich gebraucht!

Was würde ich nur ohne machen!!?

Ich wäre ohne diese geringe Tiefenschärfe kein guter Fotograf... 

Oder?

Die Wahrheit war, dass ich immer mehr Fotos gerade aufgrund der geringen Schärfentiefe des Vollformat-Sensors und z.B. des 50mm F1.4  verloren habe. Ja, sicherlich die Ergebnisse sind haben Ihren eigenen Look und Charme.

Aber geringe Schärfentiefe oder eben fotografieren bei Offenblende machen noch lange kein gutes Foto oder stellen eine eigene Bildaussage dar!

Auf der Photokina 2010 hatte ich mich verliebt. Verliebt in ein lediglich als Model am Messestand von Fujifilm gezeigtes Kameramodell. Dem (funktionslosen) Modell der Fujifilm Finepix X100.

Und so wartete ich sehnsüchtig auf den Release dieser wundervollen Kamera im Rangefinder-Style. Und als sie auf den Markt kam habe ich sie mir auch gekauft. 

Und einige Monate genutzt.

Um dann schmerzlich festzustellen, dass die Technik nicht ausgereift genug ist – zumindest für mich. Und so musste meine Liebe wieder gehen...

Aber von dieser Zeit an war ich sozusagen „vorbelastet“. Ich habe die Entwicklungen der X100 immer beobachtet und mir sogar eine Fuji X-Pro1 gekauft. Eine sagenhaft gute Kamera! Aber auch hier war ich mit der Schnelligkeit des AF und der damals noch mangelnden Unterstützung des RAW-Formats des neu entwickelten Fuji X-Trans Sensors unzufrieden. Auch die X-Pro1 musste wieder gehen...

Mit einem Crop-Faktor-Sensor werde ich nicht in der Lage sein, Superweitwinklig zu fotografieren!

Mit einem APS-C-Sensor gibt es natürlich ein Crop-Faktor. Bei Canon beträgt dieser 1,6. So zeigt z.B. das EF 17-40mm bei 17mm am Crop-Sensor einen 27mm entsprechenden Bildausschnitt. Ich verliere dadurch etwa 10mm Weitwinkel! Ultra & Super-Weitwinkel ist cool und macht enormen Spaß.

Ich brauche schnellen Autofokus! Sonst könnte ich ein Foto verpassen!

In der Tat ein echtes Problem für einige Fotografen. Zum Beispiel Sport- oder Hochzeitsfotografen. Ich bin keines von Beidem.

Wobei... Hochzeit... Aber dazu gleich noch etwas mehr.

Ich habe feststellen müssen, dass ich ein "langsamer" Fotograf bin. Den Serienbildmodus (bei der EOS 6D sowieso sehr bescheiden) habe ich so gut wie nie benutzt.

Die Art von Fotos, die ich mache, werden von einem spiegellosen System nicht behindert.

Ich zeige Euch hier einfach mal ein paar, die ich mit den neuen Fuji Kameras gemacht habe, nur um zu verdeutlichen was ich damit ausdrücken möchte.

blog_DSCF1784

Ich musste mir aber selbst beweisen, dass meine Entscheidung richtig war. Und so kam die nahende Hochzeit im Familienkreis gerade recht. Ich nahm meine Fuji X100s mit.

Und fotografierte. Und ich habe noch etwas ganz schlimmes getan – praktisch „hardcore Beweise“ für meine Entscheidung gesammelt.

Ich habe die Kamera auf JPEG und Monochrome (Red) gestellt. Dazu noch auf ISO-Automatik bis ISO 6400.

Das war’s! Ciao D-SLR. Dieser Tag war der Tag an dem ich wusste: ich kann mit einem Mirrorless-System verdammt gute Fotos machen! Das war mehr als befreiend. Leider kann ich Euch keine Fotos von der Hochzeit zeigen, da ich keine Freigabe habe.

Der Verkauf meiner Canon Ausrüstung hat nur ein paar Tage gedauert.

Ich habe viele andere Blogs von Menschen, die die gleiche Sache getan hatten gelesen. Einfach um mir Meinungen, Kritik & Sichtweisen auf meinen geplanten Systemwechsel zu bekommen.

Aber sind D-SLRs nun gestorben?

Generell sicherlich noch nicht. Für mich persönlich jedoch schon.

Ich benutze Fuji Cameras wegen deren fantastischem Sensor und den hochklassigen Objektiven. Das Fuji-System ist perfekt.

Für mich!

Ich werde mein Equipment noch um 2 Objektive – dem XF 56mm F1.2 und dem XF 14mm F2.8 - erweitern und dann reicht das für mich.

Am Ende waren es die vielen fantastischen Blogbeiträge von Fotografen aus aller Welt wie

Zack Arias

,

Kevin Mullins

,

David Hobby

,

Don Craig

,

Martin Hülle

und vielen mehr, die mir Mut gemacht haben auf ein spiegelloses System umzusteigen.

Und vielleicht kann ich mit diesem Beitrag das Selbe für Andere tun.

Danke fürs Lesen! Ich freue mich auf Eure Kommentare hier unter dem Blogpost oder auf

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